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Zur aktuellen Situation im Papier- und Verpackungsmarkt

 
Sehr geehrte/r Frau/Herr Achberger,
 
der Ausbruch der Corona Pandemie im Frühjahr 2020 führte in den meisten europäischen Ländern und weltweit zu einem plötzlichen Stillstand der Wirtschaftstätigkeit und dazu, dass Fabriken ihre Produktion reduzieren mussten, Lagerbestände ungenutzt blieben und es zu massiven Personalfreistellungen kam. Obwohl die Situation im Jahr 2020 ihren bisherigen Höhepunkt erreichte, hielt sie auch im Frühjahr 2021 an, als die Wirtschaft wieder anlief und die sozialen Aktivitäten und Kontakte wieder aufgenommen wurden, was zum Teil auf das erfolgreiche Impfprogramm zurückzuführen war. Die Lage ist nach wie vor angespannt, da in einigen Ländern jetzt neue Beschränkungen gelten und die Aussichten insgesamt noch unklar sind.
 
 

Allgemeine Auswirkungen auf die Industrie
 
Anfänglich stellten Fabriken die Produktion ein und starteten dann nach dem "Start-Stopp"-Prinzip wieder, was zu Herausforderungen bei der Organisation von Transport, Arbeitskräften und Rohstoffen führte. Nachfrageprognosen waren und sind äußerst schwierig und der Lageraufbau nicht einfach, da viele Kunden noch nicht ihren regulären Betrieb aufgenommen haben. Zudem zog der Arbeitskräftemangel, bedingt durch Home-Office und Kurzarbeit, weitere Einschränkungen im Produktionsprozess nach sich.
 
Weltweite und europäische Transportkapazitäten aller Art sind nach wie vor knapp.
 
 

Ein Blick auf die Papier- und Verpackungsindustrie
 
Die Nachfrage nach grafischen Papieren ging zunächst um bis zu 60 % zurück, bevor sie sich je nach Papiersorte und Endverwendung auf das heutige Niveau von rund 20 % unter 2019 erholte. Im Gegensatz dazu stieg die Nachfrage nach Verpackungsqualitäten vor allem aufgrund des verstärkten Online-Shoppings und der fortgesetzten Abkehr von fossilen Materialien.
 
Dadurch blieb (und bleibt) die Nachfrage nach Zellstoff, dem wichtigsten Rohstoff unserer Industrie, zumindest kurzfristig sehr hoch und übertraf das Angebot dabei deutlich. Der „China"-Effekt saugte die Nachfrage nach allen Industriematerialien auf und trug zu einem Rohstoffpreisboom bei, der auch die Papierhersteller in Form von stark erhöhten Preisen für Zellstoff und andere Rohstoffe sowie erhöhten Transportkosten getroffen hat. Gleichzeitig haben diese ihre Fabrikproduktion ausgeweitet. Der „China“-Effekt sorgte auch dafür, dass asiatische Produzenten weniger exportiert haben, was wiederum zu Engpässen auf den westlichen Märkten und einer höheren Nachfrage nach lokalen Produzenten geführt hat.
 
Darüber hinaus hatte die grafische Papierindustrie bereits vor Covid-19 damit begonnen, ihre Kapazitäten infolge einer sinkenden Nachfrage spürbar zu reduzieren. Dieser Trend setzte sich 2021 fort, als weitere große Kapazitäten geschlossen oder auf Verpackungsprodukte umgestellt wurden. Die Auswirkungen dieser Reduzierungen wurden im Jahr 2020 kaum wahrgenommen, werden aber jetzt umso sichtbarer, da sich die Nachfrage erholt.

Der Ausblick
 
Kurzfristig, zumindest bis zum Jahresende und sehr wahrscheinlich darüber hinaus, wird die Situation aller Voraussicht nach schwierig bleiben. Weitere Preiserhöhungen sind zu erwarten, da die Hersteller versuchen, ihre Rentabilität wiederzuerlangen. Steigt die Nachfrage wie erwartet weiter an, wird das Angebot für alle Qualitäten knapp bleiben und die Kapazitäten für grafische Papiere nicht mehr steigen. Der gegenwärtige "Blaseneffekt" wird etwas abflauen, wenn die Lagerbestände wiederhergestellt sind, „Panikkäufe“ aufhören und sich die Lieferzeiten sowie Preise und Kosten auf einem normaleren Niveau stabilisieren.
 
Für die Druckindustrie stehen die Zeichen auf Erholung. Weitere Rückgänge werden aber vor allem bei hohen Auflagen, bedingt durch Verlagerung auf digitale Anwendungen, weiter voranschreiten. Profiteure wiederum sind der Luxus- und Verpackungsbereich. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Angebot und Nachfrage perspektivisch wieder zu einem Gleichgewicht finden.
 
Es werden zukünftig weitere Herausforderungen auf uns zukommen. Hier zeigt sich mehr denn je die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Kunden und Lieferanten, um das Geschäft gemeinsam noch effizienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten.
 
Bitte wenden Sie sich daher, wie gewohnt, mit Ihren Fragen und Anliegen an die Ihnen bekannten jeweiligen Beratungsteams bei der IGEPA.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihre IGEPA group
 
Hamburg, August 2021
 

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